Greenpeace veröffentlicht «Grüne Elektronik 2017»

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Greenpeace hat den Ratgeber «Grüne Elektronik 2017» veröffentlicht. Fairphone und Apple haben von allen Elektronik-Herstellern die besten Noten erhalten.

Apple und Fairphone verzichteten als einzige Unternehmen vollkommen auf giftige und klimaschädliche Chemikalien in Tablets, Notebooks und Smartphones; ausserdem produzieren sie klimafreundlich mit erneuerbarer Energie. „IT-Konzerne geben sich ein visionäres, umweltbewusstes Image. Gleichzeitig entwickeln viele Marktführer Produkte für die Müllhalde“, sagte die Sprecherin von Greenpeace in Österreich Nunu Kaller.

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Fairphone ist laut Greenpeace in der Branche führend bei der Senkung des Ressourcenverbrauchs dank der Verpflichtung, ein Smartphone zu entwerfen, das leicht zu reparieren und zu aktualisieren ist, sowie seine Bemühungen, die Wiederverwertbarkeit von Produkten zu verbessern. Das Unternehmen sei auch hinsichtlich seiner Lieferanten am transparentesten. Schlecht schnitten Microsoft, aber auch Apple bei der Reparierbarkeit ihrer Geräte ab.

Chinesische Marken produzieren Wegwerf-Handys

Obwohl die allermeisten Hersteller in China produzieren, schneiden die Firmen aus China am schlechtesten ab. Die chinesischen Firmen Huawei, Oppo und Xiaomi produzierten aktuell ein Viertel der weltweit verkauften Smartphones als Wegwerf-Handys, die maximal zwei Jahre genutzt werden.

“Wir wollen Telefone gestalten, die für die Menschen und die Umwelt besser sind”, lässt sich Fairphone-Mitgründer Miquel Ballester in einer Pressemitteilung zitieren. Er ist verantwortlich für die Produkt- und Ressourceneffizienz beim nun weltweit besten Smartphone-Hersteller gemäss Greenpeace. Das vorbildliche Unternehmen aus den Niederlanden wurde erstmals in den Bericht einbezogen und setzte sich auf Anhieb gegen die bisherigen besten Apple und HP durch. Die beiden früheren Besten liegen 2017 hinter Fairphone, haben aber ein viel breitere und um Milliarden Dollar grösseren Umsatz und breitere Produktpalette, die auch ein grosses logistisches Netzwerk rund um den Planeten erfordert. Trotzdem setzt Fairphone ein Zeichen, dass alle Ausreden der grossen Hersteller als solche entlarvt. “Wir sind stolz darauf zu sehen, dass unsere Bemühungen erkannt werden”, sagte Ballester .

Samsung nutzt 99% Kohlestrom

Am schlimmsten bewertet hat Greenpeace die Geräte von Samsung, Huawei und Amazon (Kindle). Samsung produziert in Ostasien vor allem mit Strom aus luft- und wasserverpestenden und klimaschädlichen Kohlekraftwerken. Das Unternehmen habe 2016 mehr als 16’000 Gigawattstunden Energie verbraucht. Laut Greenpeace stammt nur ein winziges Prozent des Stroms für die Geräteproduktion aus erneuerbaren Energien. „Das ist mehr als die Dominikanische Republik im gesamten Jahr 2015 verbraucht hat“, erklärte Greenpeace-Sprecherin Kaller. Auch Recycling von wertvollen Rohstoffen werde bei Samsung kaum betrieben. Die Wiederverwertung von 4,3 Millionen zurückgerufenen Geräten des Modells „Galaxy Note 7“ habe dieses Jahr nur auf Druck von Greenpeace stattgefunden.

(Marco Rohner)

https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/20171016-greenpeace-guide-greener-electronics-englisch.pdf

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