Höchster Turm Graubündens tankt Sonnenenergie

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Swisscom Broadcast, die Rundfunk-Tochter des helvetischen Telekommunikationsgiganten, hat eine neue Fotovoltaik-Anlage auf der hauseigenen Sendestation in Celerina installiert. Die Sonnenenergie wird direkt ins Stromnetz der Elektrizitätswerke von Sankt Moritz eingespeist.

Der MZA Celerina wurde 1973 zur Verbreitung von UKW-Hörfunk- und TV-Programmen errichtet. Er gilt als höchster Stahlfachwerkturm im Kanton Graubünden. (Fotomontage, Swisscom)

Beim jüngsten Projekt im Engadin handelt es sich um die sechste Solaranlage der Swisscom. Gemäss eigenen Angaben bezieht das Unternehmen seit 2010 den gesamten Strom aus erneuerbaren Energiequellen.

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Laut Swisscom produziert der 90 Meter hohe Radio- und Fernsehturm MZA Celerina jährlich 71‘000 Kilowattstunden (kWh) Strom. 260 Fotovoltaikmodule, die auf dem 328 Quadratmeter grossen Flachdach des Gebäudes in einem Winkel von 55 Grad montiert sind, fangen so viele Sonnenstrahlen wie möglich ein. Das von einer massiven Stahlkonstruktion getragene Konzept gewährleistet auch im Winter eine effiziente Leistung, weil unter anderem der Schnee optimal nach unten befördert wird.

Greenbyte.ch befragte exklusiv Fabian Etter, Leiter Corporate Responsibility bei der Swisscom, zum Bauwerk in Graubünden und der grünen Strategie der Telekommunikationsanbieterin.

Die Swisscom deckt ihren gesamten Strombedarf mit erneuerbaren Energien. Welche Ressourcen kommen dabei zum Einsatz und wie viel Strom brauchen sie insgesamt?

Der Stromverbrauch von Swisscom im Jahr 2010 betrug 404 Gigawattstunden (GWh) und setzte sich wie folgt zusammen: 402.4 GWh aus Wasser-, 1.2 GWh aus Wind- und 0.4 GWh aus Sonnenenergie. Der Bezug von Solarstrom wurde innerhalb von elf Jahren mehr als verachtfacht.

Welche Firma hat die Fotovoltaikanlage auf der Sendestation Celerina realisiert und wie lange dauerte die Umsetzung?

Vom Projektstart bis zur Inbetriebnahme vergingen insgesamt 450 Tage. Die reine Bauzeit dauerte vom 10. August bis am 26. September 2011. Die Gesamtprojektleitung hatte die Firma A. Er. Engineering. Als Modullieferant fungierte Tritec AG aus Aarburg. Elektroinstallationen, Stahlbau sowie Montage wurden durch lokale und regionalansässige Partner übernommen.

Fabian Etter leitet bei der Swisscom die Abteilung Corporate Responsibility. (pd)

Was können sie über die eingesetzte Technik erzählen?

Es handelt sich um 260 Hochleistungsmodule vom Typ Sanyo HIT-N235SE10. Die Steuersoftware hört auf den Namen Sunny Tripower 17000 TL und stammt von SMA Solar Technology.

Das Engadin profitiert von überdurchschnittlich viel Sonne. Gibt es weitere Orte in der Schweiz, die für die Swisscom in Sachen Fotovoltaik prädestiniert sind?

Berücksichtigt man ausschliesslich die Anzahl Sonnenstunden, so eignen sich zudem die Kantone Wallis und Tessin. Jedoch müssen auch die passenden Gebäude gefunden werden. Daher haben wir die bisherigen Anlagen in Zürich, Bern und Lausanne installiert und jetzt neu in Celerina.

Die aktuelle Kampagne rückt das Thema Nachhaltigkeit in den Vordergrund. Wie sieht die Swisscom ihre Rolle innerhalb der Branche?

Swisscom hat als erstes Telco-Unternehmen der Welt bereits 1998 ein systematisches Umweltmanagement eingeführt. Der effiziente Umgang mit natürlichen Ressourcen und das Thema Nachhaltigkeit insgesamt sind in der Unternehmensstrategie stark verankert. Wir haben uns beispielsweise konkrete Ziele im Bereich Energie-Effizienz und CO2-Reduktion gesetzt und informieren jeweils transparent über den Fortschritt. Einen wichtigen Hebel sehen wir bei unseren Angeboten im Bereich Green ICT, um unsere Kunden bei der Einsparung von Energie und CO2 zu unterstützen, beispielsweise durch die intelligente Steuerung von Gebäuden oder den Einsatz von virtueller Mobilität (moderne Video-Konferenz-Lösungen), die zur Reduktion der Reisetätigkeit beitragen. Das Einsparpotenzial unserer Branche ist gemäss internationalen Studien fünfmal höher als die eigenen Emissionen. In wichtigen nationalen und internationalen Bewertungen schneidet Swisscom regelmässig sehr gut ab. Wir sehen uns entsprechend als einer der Vorreiter der ICT-Branche.

(Interview: Guido Haus)

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Guido Haus

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