Spontacts senkt Hemmschwellen

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Die Handy-App «Spontacts» soll Menschen zusammenbringen. Die erste Software des Zürcher Startup-Unternehmens Concept Works fördert Aktivitäten mit Freunden und der Umgebung, wie es nicht einmal Facebook kann. Mit Google und Getyourguide.com bestehen schon Partnerschaften.

Von Links: Florian Specker, Christoph Seitz und Daniel Kästli wollen mit Spontacts die Freizeitplanung vereinfachen und Barrieren zwischen den Menschen abbauen. (pd)

Die drei St. Galler Florian Specker, Daniel Kästli und Christoph Seitz haben ihre Idee mit Spontacts im App-Store von Apple lanciert. In vier Jahren entwickelte sich die Idee bis zum Produkt: Ein Programm für Mobilgeräte, das Kontakt und Sport verbindet. «Durch den Sport kamen wir auf die Idee, Leute aus der Umgebung per Handy-Nachricht zusammen zu trommeln», sagt Co-Gründer Christoph Seitz gegenüber Greenbyte.ch. Das war erst der Anfang. «Ob ich mich zum Fussball oder zum Abendessen verabrede, macht technologisch keinen Unterschied. Deshalb ist Spontacts mit der integrierten Chat-Funktion auch für Flirts unter Unbekannten geeignet», so Seitz. Ob ein Drink im Pub oder ein Spiel im Tennisclub mache für ihn keinen Unterschied. «Wir wollen Barrieren zwischen den Menschen abbauen.» Das Durchschnittsalter der bisherigen Nutzer von 30 bis 40 Jahren bestätigt, dass der soziale Effekt wirkt. «In diesem Alter sind die meisten Leute aus der Schule und aus der Uni und suchen neue Kontakte abseits der früheren, vorgegebenen Strukturen», spricht der St. Galler Uni-Absolvent Seitz aus eigener Erfahrung.

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Über ein Jahr lang haben seither die drei Gründer an Spontacts gearbeitet; die Android-Version kommt als nächste. «Wir entschieden uns, zuerst eine iPhone-App zu veröffentlichen, um die Entwicklung voranzutreiben», sagt Seitz. Die App ist bereit für den grossen Sprung: In der Schweiz ist eine integrierte Version mit Facebook verfügbar, in Deutschland und Österreich wird Spontacts in den kommenden Wochen aufgeschaltet.

Spontacts verbindet Menschen an Orten und mit Events. Die Software sortiert automatisch nach Interessen und Einzugsgebiet. Trotz der Automatisierung findet ohne Eigeninitiative aber noch gar nichts statt: «Wenn mir ein Anlass gefällt oder einfällt, kreiere ich per Knopfdruck eine Aktivität und lade entweder nur Freunde ein, oder ich mache daraus einen öffentlichen Anlass, den alle Interessierten in der Umgebung per Nachricht auf ihr Handy erhalten», sagt Seitz. Alle Spontacts-Nutzer können per Knopfdruck nach Aktivitäten in ihrer Umgebung suchen und sich dazu anmelden. Die angemeldeten Personen chatten in den anlassspezifisch getrennten Chaträumen miteinander, beispielsweise um Fahrgemeinschaften zu bilden.

Wer will, kann auch benachrichtigt werden, wenn in seiner Umgebung in seiner Lieblingsbeschäftigung etwas stattfindet. «Der Radius wird von der Aktivität bestimmt», sagt Seitz. Ein Zürcher Skifahrer wird auch dann zum Skifahren nach Davos benachrichtigt, wenn ein St.Galler einlädt. Wer gerne Tennis oder Pool-Billard spielt, erhält aber nicht aus der ganzen Schweiz Vorschläge.

Mit Google Places und Get your Guide bestehen bereits Kooperationen, um Orte und Events von Drittanbietern in Spontacts einzubinden. «Erste Gespräche für Sponsoring- und Werbepartnerschaften sind derzeit am Laufen. Beispielsweise ist SBB Rail-Away ein gut denkbarer Partner, um Ausflüge mit Freunden zu arrangieren», so Seitz.

Für die Entwicklung und Markteinführung von Spontacts wurde in Zürich eine GmbH gegründet. Bis dato ist das Unternehmen durch private Investoren finanziert. Mittelfristig will sich Spontacts über Kommissionen aus Ticketverkäufen und Exklusivpartnerschaften finanzieren. Für die Nutzer ist die App kostenlos.

(Marco Rohner)

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Herausgeber von Greenbyte.ch, dem weltweit exklusiven Online-Magazin über den nachhaltigen Nutzen von Informationstechnologie, gegründet im Jahr 2011 und 500'000 Leser in den ersten drei Jahren erreicht.