Schwangere Google-Geheimwaffe Marissa Mayer ist Yahoo-CEO

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Yahoo hat dem Rivalen Google eine schwangere Top-Managerin abgeworben. Das Internetunternehmen bestimmt Google-Vizepräsidentin Marissa Mayer zur neuen Vorstandsvorsitzenden. Die 37-Jährige werde sofort als CEO bei Yahoo anfangen, teilte die Firma mit. Mayer erwartet ihr erstes Kind Anfang Oktober.

 

Nach 13 Jahren bei Google wechselt Marissa Mayer zu Yahoo. (pd)

 

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Marissa Mayer (37) ist die fünfte Person auf dem Yahoo-Chefposten in fünf Jahren. «Ich bin unglaublich begeistert, morgen meine neue Rolle bei Yahoo anzutreten», twitterte Mayer am Montagnachmittag kalifornischer Ortszeit. Zuvor galt Interimschef Ross Levinsohn noch als Favorit für den Posten. Der 48-Jährige Levinson hatte als Yahoo-CEO übernommen, nachdem Scott Thompson wegen falscher Angaben zu seinem Lebenslauf den Hut nehmen musste. Ausserdem hat Mayer ihre Schwangerschaft verkündet. Sie erwartet ihr erstes Kind, einen Jungen, am 7. Oktober. «Er ist hyper-aktiv und bewegt sich viel. Der Arzt sagte, er käme ganz nach den Eltern», so Mayer. Das Yahoo-Verwaltungsrat war vor seiner Entscheidung für Mayer darüber informiert. Sie will nach ein paar Wochen Babypause weiter arbeiten. Die Verwaltungsrats-Sitzung im September wird für die werdende Mutter vom Hauptsitz New York nach Sunnyvale in Kalifornien verlegt. 

Glamour Girl Mayer 

In Mayers ehemaligem Google-Büro in Mountain View werden ab heute einige Verehrer ins Leere laufen. (Brigitte Lacombe)

2009 wählte Mayer das nordamerikanische Mode-Magazin «Glamour» zur Frau des Jahres 2009. Vor weniger als einem Monat wurde sie von «Newsweek» im «Digital Power Index» plaziert. Yahoo-Verwaltungsratsvorsitzender Fred Amoroso sagte, die beispiellose Erfolgsgeschichte Mayers bei Technologie, Design und Produktausführung habe das Gremium überzeugt. Als Mayer vor 13 Jahren bei dem aufstrebenden Internetkonzern anfing, war Mayer Mitarbeiterin Nummer 20 bei Google. Neben den zwei Gründern Larry Page und Sergey Brin sowie dem langjährigen Konzernchef und jetzigen Verwaltungsratsvorsitzenden Eric Schmidt war sie eines der wenigen bekannten Gesichter dort. 

«Ziemlich einfache Entscheidung»

Lange Zeit verantwortete Mayer mit dem Suchmaschinengeschäft Googles wichtigstes Standbein. Zuletzt war sie unter anderem für den Kartendienst Google Maps zuständig. Als neue Yahoo-CEO fühle sie sich geehrt und sei überglücklich, erklärte Mayer. Sie habe eine fantastische Zeit bei Google gehabt, sagte Mayer der «New York Times». Es sei aber letztlich eine «ziemlich einfache Entscheidung» gewesen, den neuen Job anzutreten. Yahoo sei schliesslich eine der besten Marken im Internet.

Besonders intensiv genutzt wird immer noch das Finanzportal von Yahoo. Mit Yahoo Mail und dem Messenger bot der Internet-Konzern früher Gratis-Services weltweit an, bevor Google Mail und Gtalk lancierte. Beispielsweise bei Website-Entwicklern sehr beliebt sind der Geschwindigkeits-Optimierer «Y-Slow» und der Bild-Optimierer «Smush-it». Letzterer hat aber selbst Leistungsprobleme. Der Kauf von Flickr sorgte für Aufsehen, doch Yahoo ist es bisher nicht gelungen, das Potential auszuschöpfen. Hingegen hat Facebook mit grossem Erfolg einen Dienst aufgebaut zum Fotos teilen. 

Der Kurs liegt vor Börsenstart bei 15,65 Dollar. Damit ist Yahoo an der Börse rund 19,5 Mrd Dollar wert. Microsoft bot Anfang 2008 31 Dollar je Aktie, doch der damalige Yahoo-Chef und Mitgründer Jerry Yang, der vier Prozent besitzt, lehnte ab.

(Marco Rohner)

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