Swisscom beklagt Milliarden-Abschreiber

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Swisscom hat einen Abschreiber für Fastweb von 1,2 Milliarden Franken bekannt gegeben. Die wirtschaftlich schwierige Lage und steigende Zinsen führen zu reduzierten Wachstumsaussichten und höheren Kapitalkosten in Italien.

Der Glasfaserausbau von Swisscom geht ungebremst weiter. (pd)

Grund ist das schwache Privatkundengeschäft von Fastweb. Höherer Wettbewerb und schwaches Wirtschaftsumfeld schlage sich in rückläufigen Durchschnittsumsätzen pro Kunde nieder. Ausserdem bezahlen die Kunden ihre Rechnungen nicht, so dass Fastweb von hohen Forderungsausfällen belastet sei. Die Wechselbereitschaft der Kunden ist gestiegen und der Anteil am Nettoneukundenzuwachs sei laut Swisscom tiefer als ursprünglich geplant.

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Andere im italienischen Markt aktive Telekomunternehmen wie Vodafone und Telecom Italia haben 2011 ebenfalls ausserordentliche Wertberichtigungen vorgenommen: Vodafone 1 Milliarde Euro, Telecom Italia 3,2 Milliarden Euro, sagte Swisscom-CEO Carsten Schloter in einer Telefonkonferenz.

Fastweb verfügt über eine starke Marktposition im Segment der grossen und mittleren Unternehmen: Mit einem Marktanteil von rund 20 Prozent ist Fastweb im Segment der Geschäftskunden die Nummer 2 und wächst dank eigener Infrastruktur und einer sehr hohen Kundenzufriedenheit kontinuierlich. Der Marktanteil in diesem Segment konnte seit dem Erwerb durch Swisscom verdoppelt werden und wachse weiter.

«Wir haben in Fastweb investiert, weil wir der Überzeugung sind, dass eine eigene Glasfaserinfrastruktur eminent wichtig ist für die Zukunft eines Telekommunikationsanbieters», sagte Schloter. Fastweb habe diese Infrastruktur und sei bestens gerüstet für die Zukunft. Swisscom werde ungebremst in den Netzausbau investieren. In den ersten neun Monaten habe sie in der Schweiz 1,1 Milliarden Franken investiert. «Und das wird auch so weitergehen», sagte Schloter.

(Marco Rohner)

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