Glasfaser-Parallelausbau in Schweizer Gemeinden

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Swisscom hat sich bisher nicht mit den St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerken (SAK) geeinigt. Der nationale Konzern lässt nun in den Gemeinden Herisau und Teufen selbst Glasfasern einziehen, genauso wie in Chur, Thun und Nyon.

Die Herisauer Regionalvertretung von SAK verwaltet bereits 1800 Haushalte mit Anschluss an das Glasfasernetz. (pd)

Die ersten Hauseigentümer werden ab Anfang 2012 von Swisscom über den Ausbau informiert, der erste Spatenstich erfolgt im Frühjahr. Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt im März 2010 startete SAK aber bereits im März 2011 mit dem Ausbau. Das SAK-Tochterunternehmen SAKnet hat bereits 1800 Haushalte an das eigene, offene Glasfasernetz angeschlossen. Seit über einem Jahr führen Swisscom und SAK Gespräche über einen gemeinsamen Ausbau des Glasfasernetzes in Herisau und Teufen. Swisscom will in den Anschlussbereich zu 50 Prozent ihre eigene Infrastruktur in die Kooperation mit einbringen. Nur so sei eine ausgewogene Partnerschaft erreicht. Das Angebot von SAK, selbst den Hausanschluss zu installieren, schliesse dies jedoch aus. SAK gehört dem Glasfaser-Verbund Openaxs an.

Uneinig beim Hausanschluss

In Herisau werden sich die Einwohner ab 2012 an offene Gräben für den Swisscom- Glasfaserausbau gewöhnen müssen. (pd)

«Swisscom ist ein Rosinenpicker. In den einen Gebieten wollen sie mitmachen, in den anderen nicht», so Lukas Mäder gegenüber Greenbyte.ch. Mäder ist stellvertretender SAK-CEO und für SAKnet verantwortlich. Das Unternehmen aus der Ostschweiz baue auch in eher ländlichen Gebieten die Glasfaser-Infrastruktur aus. Dagegen wolle Swisscom vorerst nur in dicht besiedelten Gebieten zusammenarbeiten. «Wir haben nach dem Vierfasermodell den Ausbau vorangetrieben und Swisscom das Angebot gemacht, eine unbeleuchtete Faser zu mieten», so Mäder. Zudem könne man auf bestehende Rohranlagen zugreifen, so dass ein teurer Rohrleitungsbau entfalle. Swisscom bedauert über eine Medienmitteilung, dass es zu keinem gemeinsamen Glasfaserausbau komme und die Netze der beiden Unternehmen daher parallel verlegt würden. Der Parallelbau führe zu höheren Ausbaukosten und höheren Emissionen für die Bevölkerung in Herisau und Teufen. Das Unternehmen verlegt pro Wohnung und Geschäft ebenfalls mindestens vier Glasfasern.

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Alleingänge auch in Chur, Thun und Nyon

Swisscom erschliesst grosse Gemeinden mit modernen Datennetzen über Glasfaser. (pd)

Swisscom will bis Ende 2015 über 80 Prozent der Thuner Wohnungen und Geschäfte mit Glasfaser erschliessen. Mit Energie Thun wird der nationale Anbieter nur bei Infrastruktur-Engpässen zusammenarbeiten. Baubeginn ist Januar 2012. Auch in Nyon baut Swisscom alleine. 2012 sollen rund 2800 Häuser ans Glasfasernetz angeschlossen werden. Die Bauarbeiten sollen im April 2012 beginnen. Die ersten Angebote für Unternehmen und Privatpersonen in Thun und Nyon seien voraussichtlich in der zweiten Hälfte 2012 verfügbar. Bis 2016 werde in Chur flächendeckend Glasfaser bis in die Wohnungen und Geschäfte verlegt. Im März 2012 werden die Bauarbeiten im Quartier Masans aufgenommen, danach folgen das Loequartier und Wiesental.

(Marco Rohner)

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Herausgeber von Greenbyte.ch, dem weltweit exklusiven Online-Magazin über den nachhaltigen Nutzen von Informationstechnologie, gegründet im Jahr 2011 und 500'000 Leser in den ersten drei Jahren erreicht.