UPC Cablecom lanciert Mobilfunk-Abos

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UPC Cablecom hat wieder ein Mobilfunk-Angebot lanciert. Alle Kunden erhalten die «HSDPA+»-Geschwindigkeit des Orange-Netzes. Greenbyte.ch ist seit Februar mit dabei und berichtet aus der dreimonatigen Testphase.

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Im Inland billig, im Ausland teuer: UPC Cablecom spekuliert mit der Preisstruktur des Mobil-Angebot auf Reisende. (pd)

Nach 2 Jahren mobiler Funkstille können Cablecom-Kunden auch den Handy-Vertrag wieder über ihren Anbieter beziehen. Alle Kunden erhalten die «HSDPA+»-Geschwindigkeit des Orange-Netzes. Dies entspicht 42 Megabit pro Sekunde. Die Infrastrukur der Server für das neue Mobilangebot betreibt Cablecom, auch die Kundenberatung, die Logistik sowie die gesamte Administration. Orange vermietet nur das Mobil-Netz.

Das Dreier-Abo-Angebot zwischen 20 bis 50 Franken pro Monat gilt nur für Cablecom-Kunden und derzeit nur für diejenigen, die per Post oder E-Mail eine Einladung erhalten. Das Unternehmen will vermutlich den Ansturm in Grenzen halten, weil der eigenen Infrastruktur oder dem Support wohl noch nicht ein zu grosser Ansturm zugemutet werden soll. Die Gebühr für Aufschaltung von 50 Franken ist ein Manko, aber sie ist bis 31. Mai geschenkt – dies erscheint im Vergleich zu allen andern Anbietern, die keine solche Gebühr haben, nur ein Marketingtrick zu sein, um die später die Gebühr wieder mit viel Werbe-Tamtam zu streichen. Auch die Vergleichbarkeit zu andern Angeboten ist teilweise verfälscht durch die TV-Dosen-Anschlussgebühr des Hauses, die einige Vermieter, zum Beispiel von Genossenschaftswohnungen, auf die Mieter abwälzen.

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Freie Handywahl und günstige Inland-Preise und teures Roaming

Als grosser Vorteil bietet UPC Cablecom günstige Abo-Tarife (Comparis-Vergleich) und Abos ohne Handy. Abonnement-Preise ohne eingerechneten Handykauf hat Sunrise seit kurzem, aber bereits erfolgreich im Angebot, wie Greenbyte.ch von Branchenvertretern mitgeteilt wurde. Besonders nützlich sind diese auch für Geschäftskunden. Nicht nur können Angestellte so ihre eigenen Geräte ins Unternehmen mitbringen und nutzen, auch reduziert sich so der Materialverbrauch und der Abfallberg, wenn man nicht mehr unbedingt ein neues, weiteres Gerät übernehmen muss. Negativ: die Roamingpreise fallen aus dem Rahmen.

Testphase lief mit wenigen Hindernissen

Mehrere hundert Testkunden haben seit Februar die Infrastruktur und für die Einrichtung speziell den Support bezogen und in Fragebögen bewertet. Die Auswertung dieser Fragebögen ist nicht öffentlich. Greenbyte.ch war auch unter den Testern und könnte nur wenige Mängel finden, die einfach zu lösen sein sollten. Speziell die Einrichtung des Datennetzes ging bei unserem Testgerät mit Android 4.4 nur manuell und erforderte mehrere Telefonanrufe auf der Support-Hotline und eine mühsame Tipperei in APC-Einstellungen, die wir locker hinter uns brachten, aber keinem technisch weniger versierten Kunden zugemuten. Solche Mängel gehören unter normalen Umständen wirklich nur zu Testphasen.

Mobilfunk-Verträge von Sunrise zu Orange

UPC Cablecom hatte von Ende 2005 bis Dezember 2010 ein Abkommen mit Sunrise für den Mobilfunk. Das spezielle Angebot hiess damals Mobile Connect. Die verträge mit Sunrise wurden aber per 28. Februar 2011 aufgelöst. UPC Cablecom und Orange haben schon im Sommer 2011 eine Mobile-Virtual-Network-Operator (MVNO)-Vereinbarung getroffen. Die Entscheidung sei damals für Orange ausgegangen wegen der soliden Netzwerk-Infrastruktur und ambitionierten Investitionsplänen. Zu dieser Zeit hatte die Wettbewerbskommission die Fusion von Orange mit Sunrise untersagt. Dann sprang Cablecom bei Orange ins Boot und seither gab sich UPC Cablecom bedeckt zum Mobil-Angebot. Denn France Telecom verkündete schon Ende 2011, die Tochterfirma Orange an die britische Beteiligungsgesellschaft Apax Partners zu verkaufen.

(Marco Rohner)

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Herausgeber von Greenbyte.ch, dem weltweit exklusiven Online-Magazin über den nachhaltigen Nutzen von Informationstechnologie, gegründet im Jahr 2011 und 500'000 Leser in den ersten drei Jahren erreicht.