Top 10 der Datenträger-Unfälle 2011

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Die Ingenieure von Kroll Ontrack haben die kuriosesten und dramatischsten Datenträger-Unfälle des Jahres 2011 gekürt. Greenbyte.ch präsentiert die Top 10 der Datenverluste. Frei nach dem Motto: Ich schütze meine Daten mit maximaler Privatsphäre.

Recycling ist der nachhaltigere Datenverlust. (pd)

Platz 10: Schlechtes Image ohne Bilder

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Eine Schauspielerin wollte mit dem MAC-Disk-Utility-Programm Daten von einer externen USB-Festplatte löschen. Dabei wählte sie versehentlich die falsche Festplatte aus – und löschte ihr gesamtes Portfolio. Model-Mappe, aktuelle Aufnahmen: alles weg. Die Schauspielerin kam jedoch mit dem Schrecken davon. Das Portfolio wurde komplett wiederhergestellt.

Platz 9: Virtuelle Systeme treffen die Realität

Mehr Leistung für das virtuelle Server-System, das war das Ziel eines IT-Administrators. Er teilte deshalb die Partitionen C und D des virtuellen Servers auf zwei unterschiedliche Systeme auf. Da ihm der Speicherplatz ausging, musste er jedoch in grosser Eile die beiden Partitionen C und D auf dem gleichen System konsolidieren. Was er nicht wusste und in der Hektik auch nicht nachkontrollierte: Auf dem Zielsystem war diese Benennung bereits vergeben. So kopierte er einen ganzen Satz wichtiger Daten hinüber.

Platz 8: Die Kraft der Magneten

Ein Notebook wurde auf einem Tisch abgelegt – soweit nichts Besonderes, hätte der Tisch nicht in der Nähe einiger Seltenerd-Magneten gestanden. Die Magnete kamen in Kontakt mit dem Notebook. Als der Besitzer seinen Rechner anschalten wollte, bootete er nicht komplett und gab klickende Geräusche von sich. Im Labor stellte Kroll Ontrack fest, dass die Festplatten beschädigt waren.

Platz 7: Disaster zum Monatsende

Wenn der Monatsabschluss fertig werden muss, schiebt in vielen Unternehmen die Buchhaltung Überstunden und hält sich dabei mit Kaffee wach. Dass das jedoch zum Problem für die Daten werden könnte, hätte bislang niemand gedacht. In einem Unternehmen sassen die Buchhalter wie üblich noch spät abends am Monatsabschluss. Als sie die Arbeit kurz für eine Kaffeepause unterbrachen, fiel der Strom aus, was auch den Finanz-Server betraf. Glücklicherweise waren die Computer der Finanzabteilung per UPS weiter mit Strom versorgt. Die Kaffeemaschine, die auf Hochbetrieb lief, verbrauchte jedoch so viel Strom von der UPS-Batterie, dass der Server doch noch zusammenbrach. Die Daten des Monatsabschlusses waren damit erst einmal weg.

Platz 6: Deal unter Wasser gesetzt

Zwei Geschäftsleute trafen sich auf ein Bier in einer Kneipe, um einen geplanten Abschluss zu besprechen. Als die Bedienung die Gläser brachte, kippte eines davon versehentlich um – und setzte das Notebook mit den Business-Plänen unter Wasser. Ein Küchentuch war schnell zur Hand, aber zur Rettung des Notebooks und der wichtigen Daten war die ausgefeiltere Rettungstechnik nötig.

Platz 5: Rauchen kann tödlich sein – auch für Daten

Ein frisch eingestellter Wachmann tat seinen ersten Abenddienst in einem Lager für chemische Inhaltsstoffe. Sein Vorgesetzter hatte ihm zwar gesagt, dass Rauchen verboten sei, aber wer würde jetzt nach Arbeitsschluss schon mitbekommen, wenn er sich eine Zigarette gönnte? Kurz nach dem Anzünden der Zigarette ertönte der Feueralarm und das Sprinkler-System wurde ausgelöst. Die gesamte elektronische Ausstattung des Lagers, darunter 44 Desktop-Computer und zwei Server, wurden unter Wasser gesetzt.

Platz 4: Nicht sicher auf dem Safe

Der IT-Mitarbeiter eines Unternehmens war spät dran für ein wichtiges Meeting. Statt ein Tape-Medium im wasserdichten Safe zu verstauen, legte er es oben auf dem Safe ab und wollte es nach dem Meeting wegräumen. Nach weniger als einer Stunde jedoch wurde die Stadt von einem Erdbeben erschüttert. Das Tape fiel auf den Boden und wurde unter eindringendem Schlamm, Wasser und Sand begraben. Das Band sah danach fast hoffnungslos aus, mit Hilfe der speziellen Tape-Recovery-Technologie konnten die Daten jedoch zu 100 Prozent gerettet werden. Der Inhalt, die Web- und TV-Animationen eines ganzen Jahres, stand dem Unternehmen innerhalb kurzer Zeit wieder zur Verfügung.

Platz 3: Zeitgeschichte live dokumentiert

Mitten in den schlimmsten Unruhen dieses Frühjahrs in London dokumentierte ein freier Fotograf die Vorkommnisse mit seiner Kamera. Als die Menge auf ihn aufmerksam wurde und sah, dass er sie filmte, zerstörten sie die Kamera, damit es kein Beweismaterial gab. Nachdem die Kamera ihren Weg ins Labor gefunden hatte, konnten die Daten zu 100 Prozent gerettet werden. Das Filmmaterial wurde direkt der Polizei ausgehändigt.

Platz 2: Auf den Hund gekommen

Dass ein Backup essentiell wichtig ist, davon überzeugte ein Mann seine Freundin, die ihre gesamte Foto-Bibliothek bislang nur auf dem Notebook gespeichert hatte. Sie kopierte deshalb tausende hochaufgelöster Fotos aus ihrem Fotostudio auf eine externe Festplatte. Unglücklicherweise war diese Festplatte nach kurzer Zeit die einzige funktionsfähige Kopie der Foto-Bibliothek. Nun kam ein weiterer unglücklicher Zufall ins Spiel: Das Paar bekam Besuch von einer Freundin und ging zur Tür, um sie in Empfang zu nehmen. Der Hund der Familie, hoch erfreut über den Besuch, stürzte ebenfalls zur Tür. Da er jedoch unter dem Tisch gelegen hatte, auf dem die Festplatte lag, fiel diese vom Tisch. Die einzige funktionsfähige Kopie der wertvollen Daten war ebenfalls beschädigt.

Platz 1: Dreifaches Unglück im Inselparadies

Auch ein Haus in der Karibik ist keine Garantie für paradiesische Zustände: Ein Blitzeinschlag liess eine Immobilie in Flammen aufgehen. Wie alles andere brannten auch die Server im Haus und wurden beim Löschen von der Feuerwehr unter Wasser gesetzt. Anschliessend durfte das Gebäude einige Zeit lang aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden – und die Speichermedien korrodierten. Trotz des dreifachen Unglücks (Blitzschlag, Wasser- und Feuerschaden) konnten die Daten im so genannten Reinraum gerettet werden.

(pd / Marco Rohner)

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