Helsana erhöht Datenschutz und spart Strom

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Das Schweizer Versicherungsunternehmen Helsana hat die Effizienz der eigenen IT-Infrastruktur massiv verbessert. 1,9 Millionen Versicherte und 55’000 Firmenkunden profitieren von einer weltweit einzigartigen Lösung. Fujitsu’s Angebot stach IBM und Oracle aus.

Helsana koordiniert vom Hauptsitz in Zürich 270 IT-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. (pd)

1,9 Millionen Versicherte und 55’000 Firmenkunden vertrauen Helsana ihre Daten an. «Die Daten sind schneller gewachsen als die Infrastruktur, deshalb suchten wir eine neue Lösung, die idealerweise unser Z10-Mainframe mit der Linux-Umgebung vereint», sagte Stefan Schneider, Leiter Storage und Mainframe Engineering bei Helsana. Das oberste Gut sei die ununterbrochene Geschäftstätigkeit mittels Datensicherung und -Wiederherstellung. Die interne IT-Abteilung von Helsana arbeitete zusammen mit In & Work als Partner und Fujitsu als Lieferanten sowie Entwicklungspartner aus Deutschland. Ein grosser Vorteil für die schnelle Umsetzung sei die geographische Nähe von Fujitsu gewesen. Die Entwickler sind in Paderborn und können jederzeit antworten. Bei einem amerikanischen Anbieter dauere eine Antwort bis zu 8 Stunden.

Innovation als entscheidender Faktor

«Nach drei Monaten Entwicklungszeit wurde innert weiteren drei Monaten die neue Datensicherung der bestehenden zwei Rechenzentren verfügbar gemacht», sagte Schneider. Der entscheidende Faktor für Fujitsu sei ein neues Feature, dass automatische Replikationen der Daten zwischen den beiden Rechenzentren herstellt. Zudem schrumpfte die Anzahl der Storage-Racks von 12 auf 2. Gegenüber Greenbyte.ch beziffert Schneider die Stromkosten pro Storage-Disk-Rack auf 30’000 Franken pro Jahr. Deshalb sei eine Lösung mittels Festplatten keine Option gewesen.

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Helsana sichert die Daten an zwei Orten gleichzeitig, das Abgleichen der Daten übernimmt die neue Replikationsfunktion, genannt Kaskade. (pd)

Fujtsus Eternus CS2000 Tape Librarys verrichten nun in Helsanas Rechenzentren ihre Dienste. Sie werden von Mainframe- und Linux-Systemen gleichzeitig gespiesen. «Dadurch sind die Investitionen geschützt; denn die Tendenz geht weg von den Mainframes und hin zu Linux-Systemen. Die Auslastung können wir nun nach Belieben variieren», sagte Urs Häringer, Leiter Technology Management des Versicherers. Mit der neuen Infrastruktur erhöhte Helsana die Anzahl virtueller Laufwerke von 128 auf 512. Gleichzeitig sank die Anzahl physischer Laufwerke von 19 auf 6. Der Disk Cache erhöhte sich von 0,8 TB auf 32 TB, und der Datendurchsatz von 600 MB/s auf 2’500 MB/s. Letzterer ist für den schnellen Datenabgleich nötig, damit beide Rechenzentren fast in Echtzeit-Geschwindigkeit auf dem gleichen Stand sind. Schneider war sehr zufrieden: «Als wir die Rechenzentren für 12 Stunden testweise voneinander trennten, waren die Daten anschliessend innert zwei Stunden wieder abgeglichen.»

Eine weltweit bisher einzigartige Lösung

Möglich machte dies eine weltweit einzigartige Kombination des Mainframe-Betriebsystems  z/OS mit hierarchischem Storage-Managment (HSM), Linux mit Tivoli Storage Managment (TSM) und Fujitsus Eternus-Storage-System. «Die Lösung enthält neue Komponenten, die noch nie zusammen genutzt wurden: TSM 6.2 auf Linux, Eternus und TSM 6.2 sowie Eternus v5 mit neuen Funktionen», so Schneider. Lukas Erne von Fujitsu-Integrationsparter In & Work sagte: «Fujitsu hat nur eine geringe Verbreitung in der Schweiz.» Trotzdem ist die Entwicklungsabteilung in Deutschland eine grosse Hilfe. «Wir sind technologisch nur Follower. In Deutschland ist Fujitsu sehr verbreitet», so Häringer. Bis auf den einen, anfangs unsicheren Punkt sei das ganze Projekt auch von der Geschäftsleitung problemlos akzeptiert worden.

(Marco Rohner)

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Herausgeber von Greenbyte.ch, dem weltweit exklusiven Online-Magazin über den nachhaltigen Nutzen von Informationstechnologie, gegründet im Jahr 2011 und 500'000 Leser in den ersten drei Jahren erreicht.