München betreibt 12’000 Linux-Arbeitsplätze

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Die Stadt München hat bisher 12’000 Linux-Arbeitsplätze in Betrieb genommen und 11 Millionen Euro gegenüber einer Microsoft-Lösung gespart. Im nächsten Jahr wird die Umstellung von allen 15’000 PC von Microsoft Windows und Office auf das massgeschneiderte Münchner Linux-System «LiMux» mit Libre Office abgeschlossen.

Im neuen Rathaus in München wird mit Linux-PC viel Geld gespart. (pd)

In der Verwaltung der Stadt München arbeiten 12’000 PC-Arbeitsplätze mit LiMux, dem eigenen freien Betriebssystem auf Basis von Linux. Die letzten 3’000 PC laufen noch mit Windows. Auf komplett allen 15’000 PC-Arbeitsplätzen wird OpenOffice.org 3.2.1 eingesetzt. Wie die Münchner IT-Spezialisten selbst schreiben, haben sich die Mitarbeiter inzwischen daran gewöhnt.  Die Arbeit mit LiMux und Open Office sei zur Routine geworden. Nicht nur klassische Büroarbeitsplätze wurden umgestellt, sondern auch eine Vielfalt an unterschiedlichen Arbeitsplätzen einer Kommunalverwaltung. Beispiele hierfür seien die stark frequentierten Dienste des Sozialreferates, der Verleih der städtischen Bibliotheken, das Wiesn-Büro und die Verwaltung der Branddirektion.

Andere Kommunen und Länder verfolgen laut dem Schreiben jeden Schritt der laufenden Migration. Zwar arbeiten bereits alle 15’000 PC der Stadtverwaltung mit OpenOffice.org und dem dem eigens entwickelten Vorlagensystem WollMux, aber noch seien etwa 3’000 PC von Microsoft Windows «zu bereinigen». Im kommenden Jahr wird nach den derzeitigen Plänen LiMux auf die Version 5.0 aktualisiert, die die KDE-Oberfläche aktualisiert und OpenOffice.org durch eine aktuelle Version von LibreOffice ersetzt.

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Stadt sparte bisher 11 Millionen Euro

München startete das LiMux-Projekt im Jahr 2004 und begann 2006 die Desktop-Migration von Windows NT zu LiMux. Derzeit finden die meisten PC-Migrationen von Systemen statt, die noch mit Windows 2000 arbeiten, sagte Projekt-Koordinator Joachim Schuler in seinem Bericht. Er führt darin die bisherigen Projektkosten detailiert aus, spezifisch im Vergleich zu einer Microsoft-Lösung.

Bis heute hat München 11 Millionen Euro eingespart im Vergleich zu einer vergleichbaren Migration auf modernere Microsoft-Infrastruktur. Die Migration auf Windows 7 und Office 2010 hätte insgesamt über 34 Millionen Euro verschlungen. Die durchgeführte Migration auf Limux und Open Office kostete 22.8 Millionen Euro inklusive der münchnerischen Sonderanfertigung von Linux. Ein gemischter Weg mit Windows 7 und Open Office hätte 29.9 Millionen Euro gekostet.

Die bisher eingesparten Kosten umfassen 6,8 Millionen Euro für Software-Lizenzen von Microsoft Office 2010 und Windows 7 sowie 4,7 Millionen Euro für Hardware-Aufrüstung, weil das LiMux-System auf der existierenden Hardware läuft. Der einzige Budgetbereich, in dem das LiMux-Projekt mehr Kosten verursachte als eine Microsoft-Lösung war die Migration eines Entwicklungssystems für Datenbank-basierte Web-Applikationen. Sie kostete mit 270’000 Euro rund das fünffache als die beiden Windows-Optionen.

(Marco Rohner)

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