IBM baut Cloud Center in Winterthur

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IBM-Schweiz-Chef Christian Keller konnte den Geschäftsgang im vergangenen Jahr leicht erhöhen. Im Rahmen der Jahres-Medienkonferenz überraschte die Schweizer Niederlassung mit dem neuen Rechenzentrum in Winterthur. Es nimmt ab Mitte Jahr den Betrieb auf, mit einer Startkapazität von 18’000 virtuellen Maschinen. Es ist einer von weltweit 10 Standorten für das neue Cloud-Infrastruktur-Angebot des US-Konzerns.

IBM RZ Winterthur

Mitte Jahr startet das IBM Cloud Computing Center an der Theaterstrasse in Winterthur den Betrieb. (Google Street View)

 

Laut Ivan Dopplé, Leiter Global Technology Services IBM Schweiz und Österreich, startet das IBM Cloud Computing Center in Winterthur mit 18’000 virtuellen Maschinen. «Diese Startkapazität wird innerhalb von 6 bis 9 Monaten ausgeschöpft sein», sagte Christian Keller gegenüber Greenbyte.ch. Keller ist seit 2012 Vorsitzender der Geschäftsleitung und General Manager von IBM Schweiz und Österreich. Obwohl beide keine weiteren Angaben über den Standort oder Grösse der Anlage gaben, hat eine kurze Greenbyte-Recherche die Daten zum RZ an der Theaterstrasse in Winterthur geliefert: Erstausbau 700 Quadratmeter für 750 Watt pro Quadratmeter, 

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  • Endausbau 1100m2 für 1170 Watt pro Quadratmeter. 

Im Rahmen einer SAP-Migration und mit dem neuen Dienst «Smart Cloud für SAP Applications» schätzt Keller gegenüber Greenbyte.ch, dass dies sich für 9 von 10 Kunden Betriebskosten spart. Als weitere Schweizer Erfolgsmeldung freut sich Keller über den EU-Fördergeld-Zuschlag an des «Human Brain Project» der EPFL. «Wir sind als Lieferant der EPFL involviert und mit unserem Forschungsstandort in Rüschlikon. Ausserdem ist die Universität Jülich mit dem IBM-Supercomputer im Projekt mit dabei», sagte Keller.

IBM Schweiz mit gutem Ergebnis

Christian Keller übernimmt als General Manager von IBM Schwiz und Österreich von Isabelle Welton. (pd)

Christian Keller hat sein erstes Jahr als General Manager von IBM Schweiz und Österreich abgeschlossen. (pd)

Keller konnte den Geschäftsgang im vergangenen Jahr leicht erhöhen. «Wir sind im einstelligen Prozentbereich gewachsen.» Die Schweizer Niederlassung von IBM steht international in einer guten Position, und hat im europäischen Vergleich mehr als viele andere IBM-Ländergesellschaften zum Konzernergebnis beigetragen. Keller begründet dies, weil vermehrt Kunden ihre Sitze in die Schweiz verlegen. Zudem sind Schweizer Unternehmen bekannt für ihren Technikhunger, das sei nicht nur bei den Grossunternehmen so. «Der Schweizer Mittelstand hat weltweit die höchste Technikaffinität, die ich bisher erlebt habe», sagte Keller. Dies zeige sich vor allem in den Bereichen Cloud Computing und mobilem Arbeiten. «Der Geschäftsbereich Cloud hat stark an Dynamik gewonnen», so Keller. Weltweit hat IBM den Umsatz 2012 im Bereich Cloud um 80 Prozent gesteigert. Mit dem Wachstum verbunden sind aber auch Übernahmen 2012 im Umfang von 5 Milliarden Dollar. Darin enthalten ist die Übernahme des Cloud-Analytics-Anbieters DemandTec für 440 Millionen Dollar und Kenexa, eines Anbieters von Talent-Management aus der Cloud für 1,3 Milliarden Dollar.

Dynamik im Cloud-Geschäft hält an

Das Cloud-Wachstum von IBM Schweiz liege in diesem 80-Prozent-Bereich des Gesamtkonzerns. Diese Dynamik entsteht einerseits aus Kostendruck der Unternehmen, um effizienter zu arbeiten, andererseits erfordert der Trend zu mobilen Computern, über die Cloud einem höheren Mobilitätsbedürfnis zu entsprechen. Die Apps aus dem iTunes Store und dem Google Play Store verwöhnen die Nutzer so, dass IBM den Druck spürt. Keller erläutert den Trend: «Es gibt keinen CIO, der nicht vom CEO oder andern Bereichs- und Abteilungsleitern herausgefordert wird, um sich mit den einfachen Interaktionsmöglichkeiten für Geschäftsapplikationen zu befassen, die wir uns von Applikationen für mobile Touchscreen-Geräte gewohnt sind.» Weitere Cloud-Wachstumstreiber aufgezählt hat Dopplé: «Schnell verfügbare Plattformen für Tests und Entwicklung, die Überführung der Testplattformen in aktive Verträge für Volumen-Dienste, sowie die steigende Nutzung der IBM Cloud durch Internet Service Provider und Business Partner sind unsere drei grossen Treiber für Cloud-Wachstum.»

Kundenbestand half im Cloud-Center-Entscheid

Die bereits guten Kundenbeziehungen hätten laut Dopplé die Entscheidung für den Standort Winterthur als neues Cloud Computing Center von IBM gegeben. Man sei hier im ständigen internen Kampf mit anderen Länder-Gesellschaften. Zudem besteht in Montpellier (F) und in Ehningen (D) bereits solche Center. Die Schweizer Variante soll ab Mitte Jahr den Betrieb aufnehmen – als Tier-III- und Finma-konformes Rechenzentrum. Das 2011 eröffnete Rechenzentrum in Genf diene gemäss Dopplé als weiteres Backup, sowie von Fall zu Fall eines der Center in den umliegenden Ländern. Weltweit verfüge IBM über 57 Standorte, um Ausfallsicherheit zu gewährleisten.

Gleichzeitig mit Winterthur geht auch ein neues Cloud Center in Barcelona (Spanien) ans Netz, um die erhöhte Nachfrage nach Infrastruktur abzudecken. Ebenso wie in Spanien geht diese Ankündigung einher mit dem weltweiten Verfügbarkeit der neuen Dienste für Infrastructure-as-a-Service (IAAS), genannt «Smart Cloud Enterprise+» und «Smart Cloud for SAP Applications». Unter dem Begriff «Smart Cloud» vermarktet IBM neu alle Cloud-Dienste aus den eigenen Rechenzentren, von Software as a Service (SAAS) über Platform as a Service (PAAS) bis zu Infrastructure as a Service (IAAS). Die Infrastruktur sowie die Angebote für SAAS und PAAS kann ab Mitte Jahr aus Winterhur bezogen werden.

(Marco Rohner)

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