Facebook ordnet Newsfeed für Werbeflut

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Facebook hat einen neuen Newsfeed angekündigt. Anstatt des altbackenen, überladenen Designs sollen zukünftig Fotos und Videos bei Facebook noch mehr Platz bekommen – unausgesprochen von Mark Zuckerberg wird so auch die Werbung grösser.

Mark Zuckerberg zeigt Newsfeed 2013

Mark Zuckerberg zeigt den neuen Newsfeed. (pd)

Die Meldungen im neuen Facebook-Newsfeed werden künftig deutlich grösser dargestellt. Damit wird auch Werbung deutlich mehr Platz bekommen. Das grösste virtuelle Netzwerk Facebook setzt die Nutzer durch die Hintertüre mehr Werbung aus. Denn um Mehreinnahmen durch vermehrte Werbung nutzerfreundlich zu gestalten und das Dilemma von billigerer Werbung für mobile Geräte zu umgehen, hat Facebook endlich das Design an die Moderne angepasst. Künftig werde Facebook auf allen Geräten gleich aussehen – das heisst für uns: die Werbung wird in den Newsfeed integriert.

Die Meldungen im neuen Newsfeed werden laut Zuckerberg künftig deutlich grösser dargestellt. Damit wird unausgesprochen auch Werbung deutlich mehr Platz bekommen, weil die Newsfeeds seit vergangenem Jahr auch bezahlte Nachrichten enthalten. Gründer Mark Zuckerberg verkauft dies als Fortschritt, so mag es für die Aktionäre wohl auch klingen – doch die Nutzer gucken auch vermehrt in die Werberöhre. Zuckerberg hatte bereits im Januar angekündigt, dass der Newsfeed stärker auf Fotos, Videos und relevante Werbung zugeschnitten werde, weil Nutzer bezahlte Facebook-Einträge häufiger anklicken. 

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Mehr Nutzer verlassen Facebook

Facebook Newsfeed 2013

Facebook solle auf allen Geräte gleich aussehen. (pd)

Dies könnte den Trend beschleunigen, dass Facebook-Nutzer vergrault werden. Im vergangenen Jahr gaben 42 Prozent der amerikanischen Nutzer im Alter zwischen 18 und 29 Jahren an, Facebook künftig weniger zu nutzen. In dieser Studie haben die Forscher des Pew Research Centers herausgefunden (PDF der Studie), dass 61 Prozent alle Facebook-Nutzer sich bereits freiwillig eine Auszeit vom weltgrössten sozialen Netzwerk genommen haben. 

Wie Facebook auf allen Geräten gleich aussehen wird, ist noch nicht abschliessend klar, ob dies technologisch wieder mit einem «Responsive Design» (wie Greenbyte.ch es seit Juli 2012 verwenden) geschehen soll – dabei passen sich die Inhalte automatisch an die Auflösung des Geräts an. Die HTML5-Apps des grössten virtuellen Netzwerks scheiterten mit langsamer Reaktionszeit an höherer technologischer Anforderungen als nativ an iPhone und iPad angepasste Apps. Apple erlaubt nicht alle HTML5-Standards des W3C-Konsortiums in Apps, obwohl sie in modernen Browsern funktionieren.

Nutzer entscheidet über Informationsfluss

“Der Nachrichtenstrom soll stärker auf die Interessen eines Nutzers und seiner Freunde zugeschnitten werden”, sagt Chefdesignerin Julie Zhuo. Man könne sich mit wenigen Handgriffen alle Nachrichten von besonders engen Freunden anzeigen lassen oder auch nur Neuigkeiten zu seinen eigenen Themen. Es werden zum Beispiel Informationen über die Persönlichkeiten hervorgehoben, oder auch die Songs von bestimmten Musikern, die Facebook-Freunde hören. Facebook wolle die länderweise Umstellung vorsichtig umsetzen.

Facebook-Neuheiten im Video


(Marco Rohner)

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Herausgeber von Greenbyte.ch, dem weltweit exklusiven Online-Magazin über den nachhaltigen Nutzen von Informationstechnologie, gegründet im Jahr 2011 und 500'000 Leser in den ersten drei Jahren erreicht.