Festnahmen bei Huawei Schweiz

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In der Dübendorfer Niederlassung von Huawei hat eine Razzia der Kantonspolizei stattgefunden. Bei der Kontrolle von 230 Personen wurden neun mutmasslich Schwarzarbeitende verhaftet, zehn weitere wurden angezeigt wegen abgelaufener Arbeitsvisa.

Swisscom- und Sunrise-Netzinfrastruktur profitiert von Huaweis Forschungszentrum in Shenzhen. (pd)

- und -Netzinfrastruktur profitiert von Huaweis Forschungszentrum in Shenzhen. (pd)

Gleichentags, als der Mutterkonzern seinen Rückzug aus dem US-Markt bekannt gibt wegen Spionagewarnungen der USA, sowie der Schweizer Bundesrat die Ventilklausel für EU-Staaten anwendet, kontrollieren die Fahnder der Kantonspolizei Zürich rund 230 Huawei-Angestellte in Dübendorf. Nach mehreren Stunden nahmen sie 9 Mitarbeitende fest. Sie arbeiten laut Polizeibericht illegal in der .

Laut Kantonspolizei Zürich seien die Festgenommenen aus Drittstaaten – Staatsbürger ausserhalb des EU- und EFTA-Raums. Eine Frau und acht Männer im Alter zwischen 25 und 35 Jahren gehen laut Anklage illegal einer Arbeit nach, weil sie nicht im Besitz der nötigen Bewilligungen seien. Zehn Angestellte zwischen 24 und 45 seien länger als die gesetzlich erlaubte Zeitspanne in der Schweiz und deshalb angezeigt. Dies sind je ein polnischer und ein britischer Staatsangehöriger sowie acht aus Drittstaaten. Die Verhafteten werden laut Polizeimitteilung der zuständigen Staatsanwaltschaft und später dem Migrationsamt zur Prüfung ausländerrechtlicher Massnahmen zugeführt. Huawei werde wegen Verstössen gegen das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer angezeigt.

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Huawei beliefert Swisscom und Sunrise

In der Schweiz ist Huawei seit 2008 tätig, neben Dübendorf und Bern unter anderem in Visp (VS) und Manno (TI). Huawei beschäftigt in der Schweiz rund 300 Mitarbeitende. Das Unternehmen ist seit 2008 Swisscom-Ausrüster. Unter anderem gewann Huawei die Swisscom-Ausschreibung zur Glasfaser-Ausrüstung in den Agglomerationen. Für [p2p type=”slug” value=”sunrise-modernisiert-netz-mit-outsourcing-vertrag-an-huawei”]Sunrise[/p2p] rüstet das Unternehmen das bestehende - und Festnetz auf, betreibt das ganze Netz und erweitert es zudem mit - und Glasfasern, respektive . Huawei vertreibt eigene Datenspeichersysteme (Storage) für Rechenzentren sowie Tablets und Smartphones in der Schweiz.

Wie Huawei Schweiz im Anschluss an die Razzia gegenüber der Online-Publikation «Inside-IT» schreibt, habe man Unterstützung von Huawei-Angestellten aus Europa und weltweit erhalten, um lokale Kompetenzen und Prozesse auszubauen. Das Unternehmen kooperiere mit den zuständigen Behörden und sichere ihnen volle Unterstützung zu. Huawei sehe diese Kontrolle als Gelegenheit, das Office-Management auszubauen, um den gesetzlichen Bestimmungen und Anforderungen gerecht zu werden.

Kanton und Swisscom prüfen Arbeitsbedingungen

Das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) des Kantons Zürich prüfte bereits die Arbeitsbedingungen bei Huawei. Bei einem angekündigten Kontrollbesuch am 27. März seien den Kontrolleuren keine Unregelmässigkeiten aufgefallen. „Das AWA prüft aber noch verschiedene Aspekte der Kontrolle“, wie der AWA-Sprecher Can Arikan gegenüber der «Handelszeitung» bestätigte.

Swisscom nimmt die Lieferanten allgemein in die Pflicht zum Einhalten der Gesetze und der korrekten Arbeitsbedingungen. Das Schweizer Unternehmen im Teilbesitz des Bundes habe Huawei bereits aufgefordert, eine Liste mit dem Nachweis der korrekten Arbeitsbewilligungen zusammen zu stellen. «Bislang haben wir aber keine Anhaltspunkte für Verstösse ausgemacht», sagte Roetz gegenüber der «Handelszeitung».

(Marco Rohner)

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Marco Rohner
Journalistischer Unternehmer der neu erfindet, wie Geschichten in einer allzeit verbundenen Welt erzählt werden. Er ist Herausgeber von Greenbyte.ch, dem weltweit exklusiven Online-Magazin über den nachhaltigen Nutzen von Informationstechnologie, gegründet im Jahr 2011 und 500'000 Leser in den ersten drei Jahren erreicht.