Big Data hilft Artenvielfalt

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HP-Chefin Meg Whitman will mit Big Data eine nachhaltigere Welt schaffen. Sie hat an der HP-Hausmesse «Discovery» in Barcelona die Zusammenarbeit mit «Conservation International» bekannt gegeben. Das neue Frühwarnsystem für Umweltbedrohungen basierend auf 3 Terabyte Daten zur Artenvielfalt. 

Badru Mugerwa, Lawrence Tumugabirwe and Aventino Nkwasibwe. 206TM0128

Artenschützer installieren eine Selbstauslöser-Kamera für „HP Earth Insight“ in Uganda. (Benjamin Drummond)

Tropenwälder erzeugen 40 Prozent des Sauerstoffs auf der Erde und beherbergen rund 30 Millionen Arten – die Hälfte aller Pflanzen- und Tierarten weltweit. Laut dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen werden jedes Jahr rund 46.000 Quadratkilometer Tropenwälder zerstört. Das entspricht mehr als der Fläche der Schweiz, die 41’200 Quadratkilometer Fläche misst.

«Tropische Wälder sind ein wichtiger Bestandteil des Lebenserhaltungssystems unseres Planeten. Wir brauchen sie für die Luft, die wir atmen, und für ein vielfältiges und gesundes Ökosystem für Landwirtschaft, Medizin und Erholung», sagt Peter Seligmann, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer von Conservation International (CI). Die amerikanische Nichtregierungsorganisation wurde 1987 gegründet. Sie setzt sich mit 800 Mitarbeitenden auf vier Kontinenten für die Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen sowie den Erhalt von Landschaftsformen ein.

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«Wir wissen, dass wir nichts schützen können, was wir nicht überwachen. Deswegen konzentriert sich Conservation International insbesondere darauf, die Forschung zu beschleunigen und stets präzise und aktuelle Daten zur Verfügung zu haben. Nur so können wir sicherstellen, dass wir unsere natürlichen Ressourcen bestmöglich schützen», so Seligmann. Bisher habe ihnen die Technologie und die Skalierbarkeit gefehlt, um an die richtigen Daten zu kommen. «Früher brauchte ein ganzes Team von Wissenschaftlern Wochen, Monate oder länger, um die Informationen auszuwerten. Heute schafft das eine Einzelperson innerhalb von Stunden», sagt Seligmann.

Neun Mal schnellere Analysen aus 3 Terabyte Daten

Daten-Zentrale

Die Daten-Zentrale hilft Wissenschaftern und Politikern, aber auch Jägern. (pd)

Wissenschafter und Politiker konnen mehr als 1,4 Millionen Fotos und die Daten von über drei Millionen Klimamessungen können mit Big-Data-Technologen von HP neun Mal schneller als bisher durchführen lassen. Das Projekt wertet bespielsweise die Daten von Kamerafallen und Klimasensoren in 16 Ländern aus. Die liefern Informationen zu Arten, Vegetation, Niederschlägen, Temperatur, Kohlenstoffbeständen und Luftfeuchtigkeit. Conservation International (CI) sammelt die Daten weltweit, gemeinsam mit dem Smithsonian Institut und der Wildlife Conservation Society als Teil des Netzwerks “Tropical Ecology Assessment and Monitoring” (TEAM). Die Ergebnisse liefern bislang unbekannte Erkenntnisse über die Umwelt.

Ergebnisse zeigen bedrohte Arten und helfen Jägern

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Die Population des westlichen Gorillas ist seit 2009 um 10 Prozent gesunken. Das Bild wurde im Nouabale-Ndoki National Park der Republik Kongo von einer Selbstauslöser-Kamera aufgenommen. (TEAM Network)

Von 275 überwachten Arten geht bei 60 die Population im Vergleich zu den Ausgangswerten entweder signifikant oder mit hoher Wahrscheinlichkeit zurück. Anhand der Analysen von HP Earth Insights können zum Beispiel Schutzgebietverwalter neue Richtlinien für die Jagd entwickeln, um den Artenrückgang in diesen Ökosystemen zu stoppen. Dazu benötigen sie auch Daten von Arten, die selbst nicht bedroht sind, sondern die gefährdeten Arten bedrohen. Es würde sich somit lohnen, noch viel mehr, wenn nicht gar alle Arten, in diesen überwachten Zone zu überwachen. Der Datenberg wird dann noch mehr wachsen.

Bei 33 der überwachten Arten geht die Anzahl entscheidend zurück. Darunter sind der Malaienbär und das malaiische Wildschwein, die Haubenmangaben aus der Republik Kongo sowie das grössere Grison aus Ecuador. Die Population des westlichen Gorillas, der in der Republik Kongo lebt und als stark bedrohte Art gilt, ist laut den neuen Daten seit 2009 um 10 Prozent gesunken. Die Population der Insektenfresser geht ebenfalls zurück. Dies sind: der grosse Rattenigel und die maskierte Zibetkatze aus Malaysia; Zebra-Manguste, Elefantenspitzmaus und gescheckte Elefantenspitzmaus aus Tansania; nördlicher Ameisenbär aus Costa Rica; grosses Spitzhörnchen aus Indonesien.

Whitman schwingt Big-Data-Keule für Vertica-Analytics und Haven

Earth Insights stellt die Ergebnisse öffentlich zur Verfügung. Politiker und Wissenschaftler können so unmittelbar auf Umweltbedrohungen reagieren und zusammen Lösungen erarbeiten. «Earth Insights soll eine nachhaltigere Welt schaffen», so Meg Whitman, President und CEO von HP.

Die Software HP-Vertica-Analytics-Plattform hilft den Wissenschaftlern von CI, unterschiedliche Daten zu sammeln, zu sichern und zu bewerten. Die Plattform ist ein zentraler Bestandteil der Big-Data-Lösung Haven für strukturierte, halbstrukturierte und unstrukturierte Daten. Ebenfalls Teil von Earth Insights ist das Wildlife Picture Index (WPI) Analytics System; ein Dashboard- und Analysetool, mit dem sich datengestützte Auswertungen ansprechend und einfach visualisieren lassen. Diese Auswertungen können jederzeit und ortsunabhängig abgerufen werden.

(Marco Rohner)

Video zu HP Earth Inside

 

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Marco Rohner
Journalistischer Unternehmer der neu erfindet, wie Geschichten in einer allzeit verbundenen Welt erzählt werden. Er ist Herausgeber von Greenbyte.ch, dem weltweit exklusiven Online-Magazin über den nachhaltigen Nutzen von Informationstechnologie, gegründet im Jahr 2011 und 500'000 Leser in den ersten drei Jahren erreicht.