Intel lanciert Atom-Server-Prozessoren

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Intel hat die ersten eigenen Prozessoren für neue energieeffiziente Mikroserver vorgestellt. Die neue Produktlinie «Atom S1200» ist für den Grosseinsatz in Rechenzentren bestimmt. Für spezifische Einsatzgebiete wie Webhosting erledigen sie die gleiche Arbeit wie ein handelsüblicher Server-CPU mit fünfmal weniger Strom.

Der Atom S1200 von Marktführer Intel verbraucht nur 6 Watt und soll Konkurrent ARM aus dem Server-Geschäft raushalten. (pd)

Die neuen Atom-Prozessoren verfügen über die erweiterten minimalen Funktionen für Rechenzentren wie 64bit-Befehlssatzerweiterung und Virtualisierung. Der neue Prozessor  integriert zwei physikalische Kerne und kann dank Hyper-Threading-Technik vier Threads parallel bearbeiten. Der SoC bietet zudem bis zu 8 GB DDR3-Speicher, acht Anschlüsse für PCI Express 2.0, Error Correcting Code (ECC) für höhere Zuverlässigkeit beim Speicher sowie weitere I/O-Schnittstellen aus den Chipsätzen von Intel. Die neue Produktfamilie besteht aus drei Prozessoren mit Taktraten zwischen 1,6 GHz und 2,0 GHz.

Die Atom-Linie ist zwar mit einer Stromleistung (TDP) von 6 Watt ähnlich schwach wie Smartphone-Prozessoren. Sie erweitert das Angebot von Intel für bisher drei bekannte Einsatzgebiete, doch der grösste und wichtigste Nutzen besteht im Webhosting. Zudem eignen sich die kleinen CPU für Low-End-Speichergeräte wie NAS und den Einsatz für Netzwerk-Hardware wie Layer-2-Router.

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Bis 1000 Rechenknoten pro Rack

Im Webhosting wurden bisher mit Server-Prozessoren wie den Energiespar-Varianten der Xeon-Linie von Intel (niedrigster TDP eines Xeon E5 ist 17 Watt.) oder Opteron von AMD eingesetzt; dies lohnt sich auch in nächster Zukunft noch für Hosting-Anbieter. Doch mittlere und grosse Anbieter haben nun mit neuen Microservern voller Atom-CPU eine stromsparende Alternative, wie etwa von HP mit der Gemini-Linie und fünf weiteren Anbietern. Im Vergleich mit Xeon-CPU erledigen die Atom-Server mit mehr Prozessoren den gleichen Job bei weniger Stromverbrauch. Die neuen Atom-Server-Prozessoren bieten laut Intel eine Kapazität bis über 1000 Rechen-Knoten pro 15’000-Watt-Rack. Derzeit werden sie wie die aktuellen Xeons mit einer Strukturbreite von 32 Nanometern gefertigt.

(Marco Rohner)

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