ITU bestimmt weltweite Standards für Green ICT

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Der internationale Telekommunikationsverband «ITU» ist dem Klimaeinfluss der Branche weiter auf der Spur. In Seoul hat sich die zuständige Kommission auf weltweite Green-ICT-Standards geeinigt. Anlässlich einer Sitzung wurden zwei Nachhaltigkeitsstudien zum Abbau von Rohstoffen und für Batterien bestimmt.

Illustration zum Thema Green ICT. (Gareth Knott)

Daten und Messwerte zum Umwelteinfluss von Informatik und Telekommunikation (ICT) gehen heute weit auseinander. Das Standardisierungs-Kommitee der  Uno-Agentur ITU hat sich nach dreijähriger Arbeit auf die weltweiten Messstandards geeinigt. Sie sind in Einklang mit der Digitalen Agenda der europäischen Kommission und wurden zusammen mit weiteren Standardisierungs-Organisationen entwickelt wie der internationalen Organisation für Standardisierung (ISO). «Ich bin erfreut, dass die Branche diese Herausforderung so ernst nimmt, um den eigenen ökologischen Fussabdruck zu messen», sagte Neelie Kroes, Vizepräsidentin der europäischen Kommission.

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Studie untersucht Rohstoff-Abbau

Auf Anfrage der demokratischen Republik Kongo wird die ITU sich Mineralien aus Konfliktgebieten genauer ansehen. Involvierte Rohstoffe seien Zinn, Tantal, Wolfram und Gold. Eine Studie soll die Leitfäden für die Kaufprüfungen untersuchen. Zusätzlich werde die Konformität mit internationalen Verträgen und nationalen Gesetzen geprüft. Die Rohstoffe befinden sich beispielsweise in DVDs, Akkus oder Speicherchips. Laut Pressemitteilung der ITU setzt sich der Verband für Nachhaltigkeit auf allen Stufen der Wertschöpfungskette ein.

In Seoul einigten sich die ITU-Mitglieder auf eine Studie, die bestehende Standards für Batterien auf Umwelteinflüsse hin untersucht. Die Vor- und Nachteile der Reglemente für Batterien sollen auf Energieeffizienz geprüft werden. Dies umfasst Lebenszyklus, Auswechselbarkeit, Sicherheit, Umweltschutz sowie Recycling und Wiederverwertung. Dies kann zur Reduktion von schädlichen Materialien und einer längeren Haltbarkeit der ICT-Produkte führen.

Klima-Engagement von BT, Oracle, Wipro und deutsche Telekom

ITU hält am Freitag, 30. September, das vierte Treffen der «Dynamic Coalition on Internet and Climate Change» (DCICC) ab. Seit 2007 moderiert die Institution den Umwelteinfluss des Internets, sucht neue Wege, um mit Internet Treibhausgase zu reduzieren und die Transformation durchzuführen, im Einklang mit der United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC). Bekannte ICT-Unternehmen unter den 42 Mitgliedern sind BT, Oracle, Wipro und deutsche Telekom.

ISO 14000 ist grüner

Die ISO hat unabhängig von der ITU einen neuen Standard für die Kategorie «ISO 14000» veröffentlicht, um den Umwelteinfluss von Produkten und Services bei Unternehmen zu reduzieren. Der Leitfaden ist online zu finden und hilft beim Einführen von Ökodesign ins Qualitätsmanagement.

(Marco Rohner)

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Herausgeber von Greenbyte.ch, dem weltweit exklusiven Online-Magazin über den nachhaltigen Nutzen von Informationstechnologie, gegründet im Jahr 2011 und 500'000 Leser in den ersten drei Jahren erreicht.