Korruptions-Anklagen gegen VW und T-Systems

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Gegen ein Geschäft zwischen VW und T-Systems hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart Anklage wegen Korruption erhoben. Bei dem Deal sollten vier Millionen Euro pro Saison in den  VfL Wolfsburg investiert werden. Zwei ehemalige Manager und ein Ex-Berater von T-Systems sowie zwei Manager von VW sind wegen Bestechlichkeit angeklagt.

Wolfsburgskyline

Auf der linken Seite angeleuchtete Schornsteine des VW-Werks und rechts die grünleuchtende VW-Arena des VFL Wolfsburg. (pd)

Bereits im Februar hatten die Staatsanwälte in dem Fall ermittelt. In der Anklageschrift wird nun laut der «Süddeutschen Zeitung» das angeblich kriminelle Geschäft geschildert. Volkswagen habe einen Vertrag für die Computerwartung mit T-Systems erst dann fortgeführt, als diese ihrerseits angekündigt hatte, einen Sponsorvertrag mit dem Fussball-Bundesligaklub VfL Wolfsburg über vier Millionen Euro pro Saison zu verlängern. Das Koppeln des Geschäfts an das Sponsoring sei illegal, glaubt die Staatsanwaltschaft.

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Die Deutsche Telekom hatte die Ermittlungen selber angestossen, nachdem Unregelmässigkeiten bei der Tochterfirma T-Systems auffielen. Der Konzern informierte die Staatsanwaltschaft und sisiterte den Sponsoringvertrag. Während die beiden Manager und der Berater nicht mehr für T-Systems arbeiten, bleiben die beschuldigten VW-Mitarbeiter nach Angaben der Staatsanwaltschaft weiterhin als Führungskräfte in der Abteilung von VW-Einkaufsvorstand Francisco Javier Garcia Sanz beschäftigt.

Bei deutschen Wirtschaftsjuristen gilt der Fall, der von der Wirtschaftskammer des Stuttgarter Landgerichts geführt wird, als Musterfall. Erstmals werde juristisch geklärt, ob Deals in Industrie und Wirtschaft mit einem Sport-Sponsoring verknüpft werden dürfen.

T-Systems übernahm 2006 den zu Volkswagen gehörenden IT-Dienstleister Gedas. Der Automobilhersteller unterzeichnete mit der Telekom-Tochter und Gedas einen Rahmenvertrag über die bestehenden IT-Leistungen im Wert von 2,5 Milliarden Euro für die Laufzeit von sieben Jahren.

(Marco Rohner)

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