Sunrise bekämpft CO2-Gesetz

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Der Schweizer Telekommunikationskonzern Sunrise hat die Kampagne CO2.ch von Economiesuisse und dem Schweizerischen Gewerbeverband unterstützt. Ihnen geht der Beschluss des Ständerates zum CO2-Gesetz zu weit. Prompt gab es Kundenkritik. Sunrise hat die eigene Position trotzdem bekräftigt.

Sunrise will weiterhin im Ausland den Smog reduzieren, um Schweizer-CO2-Normen zu genügen. (Jesse Gardner, flickr.com)

Trotz kritischen Kommentaren auf Facebook und unzufriedenen Kunden hat sich Sunrise als einziges Unternehmen der ICT-Branche zur Economiesuisse-Initiative bekannt. «Sunrise steht auch hinter dem 20%-Reduktionsziel des Parlaments. Eine Beschränkung der Massnahmen auf das Inland führt jedoch nicht schneller zum Ziel», heisst es im Statement. Die Schweizer Outdoor-Bekleidungsmarke Mammut hat in der gleichen Situation die Unterstützung für die Kampagne zurückgezogen und sich davon öffentlich distanziert.

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20 Prozent des klimaschädigenden Gases Kohlenstoffdioxid (CO2) sollen bis 2020 im Inland eingespart werden. Der Ständerat hat dem Gesetz zugestimmt, im Nationalrat ist es noch hängig. Für Economiesuisse und den Schweizerischen Gewerbeverband geht der Beschluss des Ständerates zu weit. Sie wollen Einsparungen im Ausland den Sparzielen weiterhin anrechnen; obwohl die Schweiz die Ziele des Kyoto-Protokolls nicht erreichen wird und sich per Bundesratsbeschluss dazu international verpflichtet hat.

Als Argumente der Anti-Klimapolitik-Kampagne CO2.ch sind die Konsequenzen des neuen Gesetzes aufgelistet: Bis 2020 soll jedes dritte Auto und jedes dritte Gebäude kein CO2 mehr ausstossen; Gaskraftwerke entfielen als Alternativen zu Kernkraftwerken; im Ausland könne mit einem Franken fünf Mal mehr CO2 eingespart werden.

«Die Senkung des Energieverbrauchs ist schon gut, aber für mich kein Freipass, um zusammen mit anderen gegen die CO2-Reduktion zu lobbyieren. Es ist naiv zu glauben, dass diese ganze Aktion einem anderen Ziel dient, als die Vorlage des Parlaments zu torpedieren», kommentiert ein Kunde auf der Facebookseite von Sunrise.

(Marco Rohner)

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