Zürich öffnet Daten für alle

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Die Stadt Zürich hat für den 28. Juni den Start des ersten Schweizer Open-Government-Data-Portals angekündigt. Der Zürcher Stadtrat und Finanzvorstand Martin Vollenwyder eröffnet gleichentags die zweite jährliche Konferenz des Vereins Opendata.ch. Die Konferenz findet dieses Jahr im Hotel X-Tra in Zürich statt.

Zürich öffnet als erste Verwaltung in der Schweiz die elektronischen Daten für die Bevölkerung. Open Government Data wird Wirklichkeit. (pd)

«Zürich ist auch die erste Schweizer Stadt, die ein Open Data Portal einführt», freute sich André Golliez anlässlich der Vereingründung im Januar an der Berner Fachhochschule. Golliez wurde dort zum Präsident von Opendata.ch gewählt. Der Verein setzt sich für den rechtmässigen Zugang zu offenen Daten ein, sogenannter Open Government Data (OGD). In Zürich hat dies bereits in kurzer Zeit gewirkt. Vollenwyder stellt an der Eröffnungsrede die Ziele der Stadt Zürich vor.

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«Wir bauen derzeit Datensätze zusammen. Ziel ist eine anständige Masse anzubieten. Daraus ziehen wir die ersten Projekte auf», sagte Andreas Németh, E-Zürich-Gesamtprojektleiter für E-Government, gegenüber Greenbyte.ch. Stellen, Prozesse und Formate seien zu definieren, um die Datensätze dann frei zur Verfügung zu stellen. Die Stadt Zürich arbeitet deshalb mit dem Verein Opendata.ch zusammen.

Steuerrechner einmal anders

«Derzeit sind Prototypen in Produktion», so Németh. Dies sei für die Stadt eine neue Zusammenarbeit. «Die Gemeinschaft sagt selbst, was sie will. Wir prüfen die Anfragen für die Daten», sagte Németh gegenüber Greenbyte.ch. Am Beispiel eines ersten Projekts «Was passiert mit meinen Steuern» hat die Stadt im Herbst letzten Jahres die laufende Rechnung geöffnet. Greenbyte.ch hat für sie die App direkt eingebunden als Live-Demonstration. 

Der Prototyp entstand im Herbst 2011 im Rahmen des ersten Hackdays Make.Opendata.ch. Freiwillige Bürgerinnen und Bürger hatten an zwei Tagen mehrere Projekte erarbeitet. Sie entscheiden selbst, was sie interessiert. Dies stellt die Stadt vor die neue Herausfordernng. «Die Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft ist dynamisch lebend», so Németh.

Weitere Hackdays, diesmal zum Thema Mobilität, sind am 30. und 31. März in Zürich und Genf geplant. Interessierte finden unter http://make.opendata.ch/ weitere Informationen und Anmeldeformulare.

Rufus Pollock kommt nach Zürich

Der Brite Rufus Pollock setzt sich als Mitgründer und Direktor der Open Knowledge Foundation für offene Daten ein. (pd)

Zur Konferenz des 28. Juni in Zürich ist auch der Brite Rufus Pol­lock als Redner eingeladen, Direktor der Open Knowledge Foundation in Grossbritannien. Er glänzende Redner war auch an der Lift Confererence in Genf: «Die Regierung sollte uns gut fühlen lassen, um die Steuern zu bezahlen.»

Die Rednerliste umfasst Nigel Shad­bolt, Mit­glied des UK Public Sec­tor Trans­pa­rency Board, Daniel Diet­rich, Open Know­ledge Foun­da­tion Deutschland, Mar­tin Kal­ten­böck von der Koope­ra­tion OGD Österreich sowie Abra­ham Bern­stein, Professor an der Uni­ver­si­tät Zürich.

Erste Schweizer Studie zu offenen Daten

An der Kon­fe­renz wer­den zudem die Ergeb­nisse der ers­ten umfas­sen­den OGD-Studie der Schweiz prä­sen­tiert. Die Berner Fach­hoch­schule führt sie  zusam­men mit Part­nern durch­. Ziel der Stu­die ist eine Roadmap, um den Ent­schei­dungs­trä­gern in Poli­tik, Wirt­schaft und Zivil­ge­sell­schaft den Weg zur Nut­zung von OGD in der Schweiz auf­zu­zei­gen. Danach stehen vier par­al­lele Tracks zur Aus­wahl. Die The­men sind Mobi­li­tät, Gesund­heit, Finan­zen und Beschaf­fung sowie Wis­sen­schaft.

Neben der Stadt Zürich als Gast­ge­ber und Spon­sor ermöglichen die Vor­stands­mit­glie­der von Opendata.ch die Kon­fe­renz. Der Ver­ein /ch/open (Swiss Open Sys­tems User Group) koor­di­niert die Anmeldungen.

(Marco Rohner)

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Herausgeber von Greenbyte.ch, dem weltweit exklusiven Online-Magazin über den nachhaltigen Nutzen von Informationstechnologie, gegründet im Jahr 2011 und 500'000 Leser in den ersten drei Jahren erreicht.